Italien – Ligurien – Riviera

Italien – Ligurien – Riviera

Seit 28. April sind wir wieder auf dem Continente, wie die Sarden sagen.

Es ist Zeit, uns und Euch mal wieder etwas zu sortieren und upzudaten 🙂

Von Livorno aus starten wir Richtung Genua. Ligurien war bereits vor einigen Jahren unser Reiseziel, von daher wissen wir, dass die Cinque Terre wunderschön ist, doch für ein Wohnmobil (sogar für den Zebrant!!) einfach zu steil und zu eng ist. Nach diversen Sardinien-Erfahrungen hat Franz nun noch mehr Respekt vor engen Straßen. In Portovenere kennen wir einen Parkplatz am Strand, wo man um diese Zeit bestimmt gut für eine Siesta stehen kann (denken wir ganz positiv). Wohnmobile dürfen eigentlich gar nicht in die Ortschaft runterfahren, sondern müssen oben am Berg parken, doch Franz kann nicht immer alle Schilder gut lesen 🙂 Tja und der Parkplatz ist dann tatsächlich belegt, weil daneben Baustelle ist und deshalb einige Plätze wegfallen… Na dann nicht, fahren wir halt in die Berge!

Kurz vor Ricco di Golfo finden wir einen waagrechten Mini-Parkplatz mit einem Picknicktisch daneben. Ein herrlicher Frühstücksplatz samt relativ ruhigem Siesta-Platz. Die Stelle teilen wir uns zweimal mit einem Schulbus-Fahrer, der mit seinem kleinen gelben Schulbus auch hier Pause macht 🙂

In Ricco di Golfo gibt es dann eine kleine Straßenbar und einige Geschäfte, so dass wir unsere Vorräte wieder auffüllen können. Sogar ein Radlgeschäft finden wir, denn Franz’ Radl braucht neue Bremsbeläge. Am faszinierendsten ist für mich der kleine Park/Spielplatz, wo sich gefühlt alle Kinder und Jugendlichen des Ortes treffen und sehr viel Spaß haben – und die Eltern dazu 🙂

Auf der Suche nach einer Wasserquelle kommen wir kurz vor Borghetto di Vara wieder an einer Straßenbar im Nirgendwo vorbei (naja, nebenan ist ein Campingplatz – doch die gehören nicht zusammen.) Es ist Freitag Spätnachmittag und hier wird Karten gespielt und geratscht – zu Spitzenzeiten bin ich mit 15 Männern hier versammelt. Wir fragen die Wirtin nach einem Lokal für den Abend und sie schickt uns zu einer großen Wallfahrtskirche (Santuario Nostra Signora die Roverano) in der Nähe – da gibt es ein Restaurant (ehemalige Pilgerherberge). Tatsächlich – ab 20 Uhr gibt es Essen (und was für eins!!!) und es ist richtig gut besucht und wir füllen vorher bei der Kirche noch Trinkwasser auf und haben einen herrlich ruhigen Schlafplatz mit schöner Aussicht über das Tal.

Am Samstag gehe ich dann den Wallfahrtsweg runter zur Straße und bestaune die Stationen am Wegrand – erst denke ich, es sei ein Kreuzweg, doch es geht von Mariä Verkündigung über die Geburt Jesu bis zu Mariä Verklärung. Ein richtiger Lebensweg! Mittlerweile hat sich das ganze Tal vernebelt – wir sehen gar nichts mehr und fühlen uns wie daheim 🙂 Erst fahren wir noch in den Bergen weiter, doch schließlich wechseln wir auf die Autostrada – die Sicht ist oben zu schlecht!

Auf der Suche nach unserem nächsten Schlafplatz sind wir an der Küste nicht erfolgreich. Es ist in den Orten zu viel los und so zieht es uns wieder in die Berge. Am Samstag Abend kommen wir in Santuario an – wieder mit einer großen Kirche, diesmal mit Ortschaft dabei 🙂 An der kleinen Piazza gegenüber können wir gut stehen bleiben. Bei einem kleinen Spaziergang entdecken wir unter anderem eine unbekannte Frucht, von der wir mittlerweile wissen, dass es eine Mispel ist.

Schön ist es in Santuario und so ganz ohne Touristen! In der Osteria geht es richtig zu – das Essen muss wohl richtig gut sein (oder es gibt keine Alternative, meint Franz). Wir trinken nur etwas und sehen dem Trubel ganz entspannt zu.

Wo wir schon mal da sind, gehe ich am Sonntag in den Gottesdienst und bin vor allem von der tollen Organistin beeindruckt. Beim Gloria hatte ich richtige Gänsehaut. Ansonsten verstehe ich zumindest soviel, dass Guter-Hirten-Sonntag ist und viel Lebendigkeit versprüht wird. Die Piazza füllt sich mit Autos und der Zebrant wird fast eingeparkt 🙂

Für den Nachmittag ist Toirano unser Ziel – mit den Tropfsteinhöhlen! Doch wir werden gefragt, ob wir reserviert haben – natürlich nicht 🙂 Also heute, am Sonntag, ist alles voll. Wir sind ja flexibel und reservieren gleich für Montag, 10 Uhr. Im nahe gelegenen Borghetto San Spirito (irgendwie sind wir grad ganz heilig unterwegs…), flanieren wir am Strand entlang, bevor wir einen zentralen Parkplatz finden und es richtig zu regnen beginnt. Gut, dass wir zuhause kochen und essen können und die tolle Kuschel-Patchwork-Decke von Andrea haben :-)) Wer mich kennt, weiß, dass ja für mich immer Teewetter ist, doch die Thermoskanne, die das erste Mal im Zebrant mitreist, kommt tatsächlich grad sehr oft zum Einsatz 🙂 Es regnet gefühlt die ganze Nacht durch und am Morgen ist es wieder gut.

Die Grotta della Basura (Hexengrotte) ist die einzige, die besichtigt werden kann, Eine zweite Höhle ist momentan gesperrt. Die einstündige Tour mit etwa 20 Personen ist wieder zweisprachig – italienisch und englisch. Unser Guide Elvio sprudelt italienisch nur so über und wir erhalten dann eine knappe Zusammenfassung 🙂 In dieser Höhle wurden auch über 12.000 Jahre alte Fußabdrücke von Menschen gefunden und Knochen von etwa 100 Höhlenbären, die größer als Grizzlybären wurden. Schon beeindruckend und wieder tolle Stalagtiten und Stalagmiten! Highlight war hier die Orgel!

2 Gedanken zu „Italien – Ligurien – Riviera

  1. Vielen Dank für die vielen neuen Infos und Fotos. wir waren schon etwas neugierig.
    Heute hatten wir 2 Handwerker, Fa.Obermeier hat Heizkörper abmontiert. (Küche, Ess- und Wohnzimmer) und im Heizungskeller gewerkelt. und der Brandlhuber Koni hat ungeplant bei 2 der Heiznischen schon mal mit der Isolierung angefangen.
    Wir haben jetzt für mehrere Tage 2 unaufgräumte Zimmer und sind ein bißchen ko. Euch weiter viele schöne Erlebnisse und liebe Grüsse.

    1. Vielen Dank Ihr Lieben – heute haben wir mal wieder unsere Nachrichten gecheckt – in Monaco waren wir nicht online. Die Abenteuer dazu schreiben wir morgen.
      Ist Euer Chaos schon wieder beseitigt? Wir wünschen es Euch!
      Lieben Gruß und gute Nacht 🙂

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