Halbzeit – Bilanz

Halbzeit – Bilanz

Nachdem schon mehr als die Hälfte unserer Reisezeit vergangen ist, ziehen wir mal eine Zwischenbilanz. Ausgelöst hat das auch Sarah aus Irland mit ihrer Frage, was mir bisher am besten gefallen hat, bzw. wo es am schönsten war… Über das Reisen und Unterwegs-Sein unterhalten wir uns sowieso täglich… Doch weil wir immer noch sehr unterschiedlich denken, folgt jetzt mal meine persönliche Bilanz 🙂

Also:

* Reisen ist nach wie vor wunderschön 🙂 – doch wir werden keine Dauerreisende werden, wie so manch andere sind, denen wir begegnen. Dazu freuen wir uns viel zu sehr auf Familie und Freunde, Weißwürste und Leberkäse, auf a gscheids Brot – auf Bayern halt!

* Es hat sich bestätigt, dass wir das Kleine und Unerwartete genauso (oder noch mehr) schätzen, als große Reiseführer-Highlights. (z.B. kleine Orte, kleine Bars, einfache Plätze, die doch voller Leben sind)

* Begegnungen und Gespräche mit Menschen aus allen Ländern sind unbezahlbar und bereichern unsere Reise immer wieder sehr.

* Der Alltag nimmt sich seinen Raum und es ist auch unterwegs wichtig, Wichtiges und Dringendes zu benennen, zu planen und auch zu machen. Ansonsten geht das im Alltag unter.

* Mit zunehmender Reisedauer gibt es viel mehr an Reparaturen und Hausarbeit (u.a. Putzen, Flicken, Waschen) als sonst in 3 – 4 Wochen.

* Unser Reisetempo verlangsamt sich zunehmend. Wir genießen auch Zeiten, wo mal NICHTS ist und wir ein paar Tage bleiben, wo wir grad sind.

* Wir machen manchmal bewusst einen Unterschied zwischen Reisen (Wohnen unterwegs) und Urlaub machen, denn manchmal ist es schon auch toll, Reiseführer-Highlights anzuschauen 🙂 und als Urlauber einen Tag am Strand abzuhängen oder sich eine Bootstour zu gönnen oder …

* Wir fühlen uns gut beschützt und behütet (nicht nur von den zwei mitreisenden Schutzengeln von Manuela und Nadine) und danken Gott so manches Mal für seinen Beistand. Bisher sind alle Unannehmlichkeiten immer sehr gut ausgegangen!

* Bewusst ist uns auch unsere Freiheit und die besteht oft darin, auch Dinge zu lassen, Orte nicht anzuschauen, nichts zu müssen, was „man“ doch hier machen müsste. Das konnte Franz schon von Anfang an, ich habs mit zunehmender Reisedauer gelernt 🙂

* Wir haben nämlich schon so viel Wunderbares gesehen, dass es manchmal gar nicht zu fassen ist, dass es noch immer weiter geht.

Außerdem:

* Der Zebrant ist uns noch nicht zu klein geworden – das war ja meine Sorge „So lange Zeit auf so kleinem Raum zu zweit….“

* Langeweile ist bisher nicht eingekehrt, das war ja die Befürchtung von Franz: „Was mache ich denn so lange ohne Werkstatt und Büro (und Schafköpfe und Stammtisch)?“ Im Gegenteil machen wir manchmal eine Pause vom Reisen, um mit der Arbeit nachzukommen 🙂

* Seit Sardinien ist „Bist du deppert?!“ der Lieblingskommentar meines Brummbären zu engen Straßen, scheinbar unmöglicher Architektur, Eindrucksvollem und Verrücktem, was grad halt so anders ist, als wir es kennen.

* Mein Lieblingssatz ist wahrscheinlich „Mei, is des schee bzw. is’ da schee!“ Es ist oft wirklich zu schön: landschaftlich, baulich, weil grad alles passt, irgendwo im Nirgendwo, Einfaches, Unvorhergesehenes und die besonderen Momente, wo wir andere Menschen treffen und uns voneinander erzählen.

Darüber hinaus gibt es meine bisherigen Höhepunkte:

* die besondere Atmosphäre der Sagrada Familia in Barcelona am Pfingstsonntag

* der türkise Traumstrand an der Costa Verde auf Sardinien

* Monaco mit dem Rad erkunden, auch die Tunnels

* Gibraltar als Gesamtpaket – GB mitten in Spanien

* die Kraft des Mistrals in Frankreich

* die Felsformationen an der Algarve

* die tolle Landschaft auf der Fahrt nach Granada

* Ronda – diese unglaubliche Schlucht!

* die schönen Tropfsteinhöhlen, die Sonnenauf- und -untergänge, die unterschiedlichsten Strände, Meer, Wellen und das Spielen am Strand mit Sand und Muscheln

* Orte bzw. Landschaften zu sehen, um die ich schon lange weiß, wie Avignon, Provence, Camargue, Andalusien, Algarve

* Gefühlt ist alles, was noch kommt, eine Zugabe – ich freu mich drauf!