30.7. BUKAREST

30.7. BUKAREST

Am Morgen sind wir noch überzeugt, dass wir gleich ans Meer wollen und evtl. auf der Rückfahrt nach Bukarest fahren.


Doch nach Joggen und Duschen ändern wir den Plan. Wir denken an den Tipp von unserem Wiener Nachbarn am gestrigen Abend. Wir ordern uns einfach einen Fahrdienst mit Bolt ( ungefähr 10€) und sind um 10.30 Uhr mitten in der Stadt. Direkt vorm Palast.

Da wenn man nicht flexibel wäre 🙂 Außerdem ist heute tolles Stadtwetter – warm und bewölkt!
Das zweitgrößte Gebäude weltweit zu sehen, war für Franz eigentlich der Grund genug, freiwillig in die sechstgrößte Stadt der EU zu fahren 🙂
Erstmal ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, ob und wo es da eine Führung geben könnte. Wir landen im Museum für zeitgenössische Kunst, das wir dank Franz’ Schwerbehindertenausweis kostenlos besichtigen können. In unserem WOMO – Führer steht, dass es eine unkomplizierte Art ist, ein Stück des Palastes zu sehen.

Naja, wir sind von der Kunst nur halb begeistert. Nach einem Snack auf der Dachterrasse mit Blick auf die Stadt entscheiden wir uns, es nebenan nochmal zu versuchen.

Da steht SENAT drauf und es weht eine rumänische Flagge. Eine nette Dame der Security weiß, dass es um 13 Uhr eine Führung gibt, wo wir uns evtl. anschließen können. Die Wartezeit draußen auf der Parkbank verbringen wir mit einem netten Ratsch mit einem älteren Paar aus England. Tatsächlich dürfen wir bei der Führung mit, Franz kostenlos, Tina zahlt 100 LEI (= 20 €). Nach der Sicherheitskontrolle dürfen wir rein und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Es ist Wahnsinn, was Ceausescu da hat hinstellen lassen. Marmorböden, geschnitzte Marmorsäulen, Mosaike, Kristallleuchter. Böden und Decken und Seitenwände – alles einzigartig und wunderschön. Die Konferenzräume – mit Eichenholz ausgestattet. Die Politik ist hier im Palatul Parlamentului weiterhin zuhause, doch ebenso werden die Räume für alles mögliche vermietet, für Veranstaltungen von Firmen oder Privatpersonen. Es sollen ja auch Gelder reinkommen, um das alles zu erhalten. 1984 hat Ceausecsu den Palast in Auftrag gegeben und schon fünf Jahre später war er fertig.
Irre schnell für dieses rieseige Kunst-Bauwerk. Und alles, also jede Arbeit und jedes Material, das hier verbaut wurde, stammt aus Rumänien. Eigentlich eine tolle Idee, das Geld im Land zu lassen. Nur unter welchen Umständen und für welchen Lohn hier ca 20.000 Arbeiter fünf Jahre lang im 7-Tage, Dreischichtbetrieb gearbeitet haben…. das mag ich mir nicht vorstellen!
Rumänien ist ein armes Land!
Ok, der Größenwahnsinnige hat die Fertigstellung im Jahr 1990 nicht mehr erlebt. Er wurde 1989 gestürzt und hingerichtet.

Nach dieser beeindruckenden Tour, die etwa eine Stunde dauert, gehen wir zu Fuß Richtung Stadtmitte und finden dank netter Hilfe das Viertel mit den vielen Lokalen.

Zufällig landen wir im Caru’cu bere, ein Traditionslokal, wo wir gut und teuer essen. Doch die Inneneinrichtung ist schon WOW. Wir kommen auch am ältesten Gebäude Bukarests vorbei, der griechischen Stavropoleos-Kirche, die sich klein an die großen Nachbarsgebäude anschmiegt.

Nach ein bisschen Hin und Her und Kreuz und Quer (weil Tina nicht die beste Orientierung hat) kommen wir schließlich doch noch beim Revolutionsdenkmal an. Wir sind uns nicht einig, ob es uns gefällt… Doch beide freuen wir uns jetzt auf einen Eiskaffee. Der wird zwar etwas anders als bei uns serviert, mit Kaffee, Milch und Eiswürfeln, doch er schmeckt erfrischend gut.

Mittlerweile ist die Sonne schon stärker geworden. Nach 7 Stunden Stadt sind wir fertig und fahren mit Bolt wieder zurück nach Bragadiru. Wir sind uns einig, dass es wert war, in die Stadt zu fahren – wo wir schon mal so nah da waren… Jetzt ab unter die Dusche und Siesta…

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