Dann halt nicht :-) bzw. dann halt woanders!
Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und starten Versuch Nummer 3, den Palacio Nacional da Pena zu erreichen. Der Zebrant erreicht schließlich auf dubiosen Wegen den kleinen Parkplatz und da wird uns klar, dass die Menschen meist mit einer geführten Tour herkommen. Schon vor der Öffnung des Parks gibt es eine lange Schlange. Am Ticket-Automaten könnte ich den frühesten Eintritt ins Schloss um 11 Uhr bekommen – das ist uns zu spät. Weil wir ja spontan beschlossen hatten, Lissabon auszulassen, war dafür keine Planungszeit 🙂 Auch gut, dann heben wir uns das mal für einen nächsten Portugal-Besuch auf.

Unser nächstes Ziel ist ein Campingplatz – dank des ADAC Campingführers von Franz’ Eltern finden wir da immer tolle Plätze. Diesmal suchen wir uns den Ort Sao Martinho do Porto aus, nur mal wieder zum Duschen 🙂
Auf dem Weg dorthin gehts weiter nordwärts durch die Gebiete Estremadura und Ribatejo. Die Landschaft wandelt sich von den großen Korkeichen-Wäldern hin zu Weinbergen und Getreidefeldern. Es ist immer wieder schön, auf Landstraßen durch schöne Landschaften zu fahren und auch durch nette Orte wie Torres Vedras, Obidos und Caldas da Rainha. Kurze Pausen sind da selbstverständlich, so wie in Bombarral. Es gibt immer auch was Lustiges oder Schönes zu entdecken – wie den Friseur, der auch Wein verkauft 🙂



In Sao Martinho do Porto entdecke ich im Navi einen zweiten Campingplatz direkt am Meer, den wir spontan anfahren. Er ist mit 18 € sehr günstig, dafür gibts auch keinen Schatten und keine Infrastruktur wie Mini-Markt und Bar. Doch es ist viel schöner hier als erwartet und deshalb wird aus dem kurzen Dusch-Stopp mal wieder ein 3tägiger Aufenthalt. Schließlich will auch Franz’ letzte Wunde noch heilen dürfen und da ist weniger Bewegung sehr förderlich. Und für die Sicherheit der Markise muss nun auch noch unser Besen herhalten 🙂



Auf unserem Stellplatz haben wir einen direkten Blick auf die fast kreisrunde Bucht, schon einmalig. Wir hören nachts die Wellen rauschen, obwohl die hier eh fast nicht vorhanden sind. Franz steigt das erste Mal wieder aufs Rad, abends an der Strandpromenade entlang bis zur VW – Bus – Bar geht schon 🙂 Da kommen wir mit einer netten irischen Familie ins Gespräch, die das Meer hier kälter als zuhause in Irland findet… Und überall finden wir die tolle Fliesenkunst, die Azelejos.





Nebenan gastiert der Circo Claudio, wofür lautstark Werbung gemacht wird. Spontan genießen wir die Abendvorstellung um 21.45 Uhr mit leider nur fünf anderen Zuschauern. Lustig und schön ist es, Clowns, Akrobatik und eine tolle Lasershow zu bewundern.







Ansonsten ist hier wieder mal Hausarbeit angesagt – Putzen, unterm Bett Ordnung machen, Kühlschrank putzen, Tische nachschleifen und nochmal ölen. Franz hat wieder einige Reparaturarbeiten – es ist unglaublich, was immer alles zu machen ist. Doch er kann einfach alles mit seinem Werkzeugkasten (mit Bordmitteln, wie er immer sagt :-)) in Ordnung bringen! Diesmal bearbeitet er den Radlständer nach und ein Campingstuhl braucht eine neue Schraube 🙂
Am ersten Morgen hier gibt es auch mal Niesel-Regenwetter, das sich nach einiger Zeit wieder verzieht. Weil es abend windig und kühl wird, kramen wir mal wieder lange Hosen hervor…
Ich entdecke auch den Strand und die Bucht und besteige die Düne – ohlala. Ein toller Blick belohnt die Anstrengung. Auf einem Spaziergang durch Sao Martinho do Porto komme ich auch am alten Parkhotel vorbei – hier kann man den Verfall zusehen – schade drum. Franz nutzt das Internet hier für diverse Updates, etc.








Ein Highlight hier ist auch ein Besuch in einer kleinen Pizzeria mit der Wirtin Edith aus Rumänien, die einige Jahre am Chiemsee gearbeitet hat und noch sehr gut Deutsch spricht.
Und am letzten Abend genießen wir noch ein Grillhendl am Campingplatz. Der Stand ist hier aufgebaut und auch manchmal offen. Die Grillmethode ist etwas anders, doch der Genuss derselbe. Statt Pommes gibt es ne Packung Chips dazu. Gut, dass wir noch Vorräte für einen guten griechischen Salat haben 🙂

Nun ist es wieder an der Zeit weiterzuziehen, doch zuvor hüpfen wir noch in das kalte Wasser, brrr.
Wider Erwarten ist es gar nicht kalt – eher im Gegenteil und definitiv wärmer als die Schweizer Bergseen. Wir haben nämlich seit zwei Tagen Berner Nachbarn, die sich auch grad am Strand tummeln…
Egal, wir reisen Richtung Norden weiter und besuchen spontan Alcobaca – den größten Sakralbau Portugals, weil da ein Liebespaar begraben liegt 🙂 Wir sind beeindruckt von der groooßen und schönen Klosteranlage und von der Geschichte hier. Weil grad um 18.30 Uhr der Gottesdienst beginnt, bleiben wir gleich in der Kirche. Ich erwarte einen alten Pfarrer, doch es erscheint ein junger Portugiese. Es sind etwa 20 Besucher im Gottesdienst und ein älterer Mann stimmt die Lieder an, die mehr oder weniger gut mitgesungen werden 🙂 Doch die Akustik ist genial! Und die portugiesische Sprache fasziniert uns – zu verstehen ist fast nichts :-))











Mal wieder an Seele gestärkt, finden wir einen schönen Schlafplatz inmitten großer weißer Wohnmobile in Nazaré direkt am Meer. Portugal und Zebrant – das passt einfach gut zusammen!




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Ein Gedanke zu „Dann halt nicht :-) bzw. dann halt woanders!“
Mit Interesse haben wir die vielen nachträglichen und neuen Fotos und Berichte, samt unserer Antwort betrachtet. Schön! An Franz Soloradeln in Südportugal können wir uns nicht mehr erinnern. Eure Fahrtage und -strecke haben wir auch auf der Karte gesucht.
Überall vom Mittelmeer kommen täglich große Waldbrandberichte. Wir hoffen, daß ihr auf der Westseite dieses Problem nicht bekommt, paßt gut auf euch auf!
Dem Fuß gute Heilung, nicht zu viele Bordmittel- und sonstige Arbeit, schöne Erlebnisse und auch Geniessertage auf eurer weiteren Rundreise. Liebe Grüße!