Begegnungen in und um Cadiz
traumhaft, wunderschön, maritim, weit, übersichtlich, begegnungsintensiv, sonnig, alt
Unsere Campingplatz-Nachbarn MA(nfred) und MA(ribel) aus MA(nnheim) waren am Vortag in Cadiz und Manfred schreibt mir die genauen Abfahrtszeiten der Fähre von El Puerto de Santa Maria nach Cadiz auf. Es ist einfach schön, miteinander ins Gespräch zu kommen 🙂 Außerdem schenken sie uns noch ihre Hop-on/Hop-off-Tickets, die zwei Tage lang gültig sind.
Mit dem Radl gehts zum Kanal und von dort aus geht es in 30 Minuten in die alte Stadt. Bei der Hafeneinfahrt sehen wir die Queen Mary 2 vor Anker liegen – und einige der englischen Kreuzfahrt-Passagiere treffen wir später in der Stadt.





Weil alles so nah beieinander ist, landen wir auch gleich bei der Kathedrale. Viele sagen zwar, dass nach einiger Zeit alle Kirchen gleich aussehen, doch diese ist wirklich einzigartig. Vor allem von der Krypta sind wir sehr beeindruckt – diese Größe und Bauweise fasziniert uns. Auch die Bauarbeiten am Josefs-Altar mit der kleinen Hebebühne sind spannend und die besondere Orgel. Auf den Glockenturm, auf den statt Stufen eine Rampe führt, darf ich alleine steigen – Franz wartet unten im Cafe. Dafür habe ich eine grandiose Aussicht auf die Kuppel, auf Stadt, Strand und Meer. Beim Runtergehen kommen mir viele ächzende Personen entgegen, u.a. ein älteres Paar, das mich fragt: „Is it worth?“ – Sie sind kreuzfahrende Engländer und wir unterhalten uns über Tansania, Namibia, Indien, etc. bis sie wieder genug Kraft für den weiteren Aufstieg haben 🙂








Weil es am Platz vor der Kathedrale zu touristisch ist, fahren wir ein paar Stationen mit dem Bus und steigen irgendwo aus. Dort finden wir eine kleine Terrassen-Bar mit einem Schattenplatz. Der Tag ist zwar bewölkt-sonnig, doch Schatten ist wunderbar. Weil der Ober mit der Bestellung gar nicht hinterherkommt, amüsieren wir uns und die Nachbarn auch. Und siehe da: Sie sind aus Deggendorf und wir genießen eine herrliche Unterhaltung auf niederbairisch 🙂 Kaum sind sie weg, sprechen uns die anderen Nachbarn an – sie sind aus Ingolstadt – again a nice Bavarian talk!
Kurzer sprachlicher Exkurs: Wir verständigen uns sehr viel auf Englisch – das ist unsere Hauptsprache mit den Menschen hier. Es geht oft sehr flüssig oder auch mal holprig, doch meistens haben alle Beteiligten Spaß dran. Und Englisch ist auch notwendig für die vielen Reisenden aus UK und NL.
Deutsche, Schweizer und Österreicher sind entweder am Kennzeichen oder an der Sprache zu erkennen – das genießen wir dann schon auch. Und auch (momentan) spanische Bedienungen oder Rezeptionisten, die Deutsch sprechen, freuen sich, mit uns Deutsch zu sprechen. (Bairisch ist dann schon nochmal schöner!)
Ja und Spanisch, Französisch und Italienisch geht schon auch so für das Nötigste. Beim Verstehen bin ich noch besser. Jetzt ist halt spannend, dass wir die dritte Sprache innerhalb von fast 3 Monaten haben und im Kopf geht es etwas durcheinander: due/deux/dos – salut/bonjour/hola – grazie/merci/gracias – con latte/avec lait/con leche. Sonst war ja immer ein Land und eine Sprache das Ziel. Und bald kommt Portugiesisch auf uns zu!!
Doch noch sind wir in Cadiz, wo wir durch die Straßen und Gassen flanieren, tolle Straßenmusiker hören, das Leben und die Cafes bzw. Bars genießen. Den krönenden Abschluss bildet die Rundtour mit dem letzten Hop on – Bus(Hop off ist nicht mehr möglich). Wir bewundern das Badehaus, den Altstadtstrand und den Blick auf die Catedral Nueva. Queen Mary 2 verlässt Cadiz und wir folgen eine Stunde später 🙂







Der Abend klingt in der Bar „Plan B“ mit einem Mikado-Spiel aus. Dabei stellen wir fest, dass wir unterschiedliche Spielweisen haben. Franz spielt alleine so lange, bis sich ein Stäbchen bewegt und ich spiele es zu zweit abwechselnd bis zum letzten Stäbchen. Wie machst Du das?


Am nächsten Tag erholen wir uns am Campingplatz von den vielen Eindrücken und lernen Wim aus den Niederlanden kennen. Seit fünf Jahren lebt er im Wohnmobil und reist alleine. Sein Deutsch ist etwas eingerostet, so dass wir meistens Englisch reden. Das ist wiederum herausfordernd, weil die Themen auch philosophisch werden und da fehlt manchmal der Wortschatz 🙂 Doch es macht nichts, es ist ja herrlich, über Gott und die Welt zu sprechen. Tatsächlich übersetze ich ihm unseren Dreikönigs-Segen-Aufkleber am Zebrant – das kannte er so nicht… Ja und solche wertvollen Begegnungen sind mindestens so schön wie eine der ältesten Städte Westeuropas.



Users Today : 1
Users Yesterday : 5
Users Last 7 days : 23
Users Last 30 days : 103
Users This Month : 54
Total Users : 6046
Ein Gedanke zu „Begegnungen in und um Cadiz“
Oh, der Rasierapparat ist auch kaputt…. 🙂